Lahmheit bei Pferden

3.10.2008

Es kommt immer einmal vor, dass ein Reiter feststellt, dass sein Pferd plötzlich lahmt. Die erste Maßnahme, ist natürlich ein sofortiges Reitverbot für das Tier. Dann gilt es, den Grund herauszufinden. Möglicherweise ist die Ursache klar, weil man gesehen hat, dass das Tier gestürzt ist, sich gestoßen hat, oder es untrainiert zu großer Belastung ausgesetzt wurde. Resultiert die Lahmheit aus einer Muskelzerrung, muss das Pferd zunächst ruhiggestellt werden. Das bedeutet nicht, dass es so gehalten werden sollte, dass es kaum noch Bewegung hat. Im Gegenteil, sanfte langsame Bewegung fördert sogar den Heilungsprozess der angerissenen Muskelfasern. Wichtig ist, dass das betroffene Bein gut gekühlt wird. Die Kühlung bewirkt eine Zusammenziehung der Blutgefäße, die dann nicht mehr in die Muskeln ausbluten und zu Hämatomen führen. Es ist möglich für kühlende Kompressen zu sorgen oder auch das Bein mit einem weichen Wasserstrahl zu behandeln. Anschließend kann eine Arnikasalbe aufgetragen werden. Muskelzerrungen heilen bei guter Behandlung und Schonung von allein.

Etwas tiefere Verletzungen stellen Sehnenzerrungen oder starke Prellungen dar. Besonders untrainierte Pferde neigen bei Überlastung zu Bänder- und Sehnenschäden. Diese können zu Entzündungen führen und den ganzen Organimus des Pferdes dadurch schwer belasten. Auch hier gilt natürlich wieder: Ruhigstellen. Und das bedeutet für gewöhnlich, dass das Pferd einige Monate nicht geritten werden kann. Dennoch sollte es täglich an der Hand geführt werden, da sonst der gesamte Muskel- und Bänderapparat geschwächt wird. Ein Pferd mit Sehnenzerrung oder Verstauchung hat Schmerzen. Diese gilt es erträglich zu machen. Auch hier muss wieder gekühlt und mit Arnika gesalbt werden.
Bei starker Lahmheit und unbekannter Ursache, sollte auf jeden ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Eventuell muss das Gelenk geröntgt werden, um der genauen Ursache auf den Grund zu gehen.
Ein besonderes Augenmerk ist auf die wechselnde Lahmheit zu richten die scheinbar aus heiterm Himmel entsteht. Hier kann die noch immer unterschätzte Borreliose dahinter stecken. Sie wird durch Zecken übertragen und macht sich oft erst lange nach dem Zeckenbiss bemerkbar. Der Tierarzt kann einen Bluttest machen. Finden sich Borrelioserreger im Blut, hilft nur eine ausgedehnte Antibiotikabehandlung.

Doch manchmal gibt es für die Lahmheit auch einen ganz einfachen Grund. Und zwar, wenn sich das Pferd einen Stein oder einen anderen spitzen Gegenstand in den Huf getreten hat. Es lohnt sich auf jeden Fall, zunächst einmal die Hufe zu inspizieren, denn nicht immer ist der Gegenstand frisch eingetreten. Befindet er sich schon länger im Huf, kann es zu eitrigen Entzündungen kommen, die geöffnet und behandelt werden müssen.


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