
Schimmel im Schatten
Ein eigenes Pferd zu besitzen bedeutet, dass man eine große Verantwortung für ein Lebewesen übernommen hat. Deshalb sollte es selbstverständlich sein, sich auch mit den Funktionsweisen seines Körpers vertraut zu machen. So kann man vielen Erkrankungen und Verletzungen vorbeugen, wenn man die anatomischen Besonderheiten seines Pferdes kennt. Unwissenheit birgt immer Gefahren, das gilt besonders dann, wenn man ein Tier nicht nur hält, sondern auch aktiv zum Reiten oder Springen nutzt.
Anatomisch betrachtet gliedert sich der Körper eines Pferdes in drei Bereiche: Vorhand (hierzu gehören Kopf- und Halsregion sowie die Vorderbeine, Mittelhand (besteht aus Rücken, Atmungs- und Verdauungssystem) und Hinterhand (Kruppe, Becken und Hinterbeine). Vorhand, Mittelhand und Hinterhand bestehen aus insgesamt 58 Körperteilen.
Weitere 63 Körperteile (Knochen) bilden das Skelett des Pferdes, dessen Bauprinzip ähnlich ist wie bei anderen Säugetieren, sich jedoch in der Funktion der einzelnen Teile artspezifisch unterscheidet. Da ein Pferd als Fluchttier besonders über gute Sprung- und Laufeigenschaften verfügen muss, hat es sich im Laufe der Evolution zum Zehenspitzengänger entwickelt: Vier Zehen haben sich zugunsten der Mittelzehe zurückgebildet. Sie sind nur noch als rudimentäre Griffelbeine erhalten, während die Mittelzehe die Last trägt, von einem Huf geschützt, der sie wie ein Schuh umgibt. Gemeinsam mit den Nashörnern und Tapiren gehört das Pferd zur Ordnung der Unpaarhufer. Mit diesen hat es das sattelförmige Talonaviculargelenk (Sprunggelenk) gemeinsam.
Das Pferd verfügt über 18 Rippenpaare, davon 10 Paar Atmungsrippen und 8 Paar Tragerippen. (Mensch: 12 Rippenpaare), sowie über 6 Lendenwirbel (Mensch: 5). Hinzu kommen 15-21 Schweifwirbel.
Die inneren Organe
Das Verdauungssystem des Pferdes gliedert sich in Speicheldrüse, Schlundröhre, Magen, Dünndarm, Blinddarm, den großen und den kleinen Grimmdarm, Mastdarm, Leber und Nieren. Im Gegensatz zum menschlichen Blinddarm kommt dem des Pferdes eine zentrale Aufgabe bei der Verdauung zu: bis zu 90 l kann er fassen, in ihm findet ein Teil der Nahrungsfermentierung statt. Der gesamte Darmtrakt des Pferdes kann eine Länge von bis zu 26 m erreichen. Da die Verdauung, wie bei allen Unpaarhufern, weitgehend erst im Darm stattfindet, ist das Verdauungssystem des Pferdes sehr empfindlich für Störungen.
Eine artspezifische Besonderheit stellen die weiblichen Fortpflanzungsorgane dar: Die »Rinde« des Eierstocks liegt im Inneren des Organs, das Eierstockmark außen. Nur in der sogenannten Ovulationsgrube kann ein Eisprung stattfinden.
Das ausgeprägteste Sinnesorgan der Pferde ist das Auge. Aufgrund seiner Position seitlich am Schädel ermöglicht es ein weites Blickfeld, um drohende Gefahren frühzeitig wahrnehmen zu können.
Das Gehirn eines Pferdes ist relativ klein, es wiegt 400-700 g.
Die Zähne
Zur Anatomie des Pferdes gehören natürlich auch die Zähne, denen man immer Beachtung schenken sollte. Sind die Zähne, das Zahnfleisch oder die Schleimhaut nicht in Ordnung, ist das meistens ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Pferd an einer Erkankung leidet.
Ein Pferd besitzt oben und unten je 6 bleibende Schneidezähne und 12 Backenzähne, Hengste manchmal auch Eckzähne sowie Vormahlzähne. Die Zahnform wechselt im Laufe des Lebens von queroval zu längsoval, wodurch eine Altersbestimmung des Pferdes anhand der Zähne möglich ist.
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