Der Hufschmied kommt

6.09.2009

Alle sechs bis acht Wochen kommt der Hufschmied in den Pferdestall. Viele Menschen, die nichts mit Pferden zu tun haben, wissen nicht, dass dieser Beruf kein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert ist, sondern im Gegenteil, in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen hat. Mit dem Zulauf des Reitsports und der Tatsache, das das Reiten und die Pferdehaltung nicht mehr der betuchteren Bevölkerungsschicht vorbehalten ist, stieg natürlich auch der Bedarf an Hufschmieden.

Dass auch ein Hufschmied eine fundierte Ausbildung braucht, ist ebenfalls nur wenigen Menschen bekannt. Er braucht eine Ausbildung in einem Metallberuf sowie eine Fortbildung in Sachen Pferdehaltung und -gesundheit. So muss er zum Beispiel in der Lage sein, verschiedene Hufkrankheiten zu erkennen oder auch Fehlhaltungen der Gelenke. Nach dem Zustand der Hufen und nach den Haltungsbedingungen der Pferde, richtet sich die Art des Beschlages. Werden hier Fehler gemacht, kann es zu langwierigen und dramatischen Krankheiten kommen, die schlimmstenfalls für Reiter zur Folge haben, dass ein Pferd nicht mehr geritten werden kann und dem Pferd vermeidbare Schmerzen zugefügt werden. Es macht auf jeden Fall Sinn, sich einen gelernten Hufschmied für die Betreuung und die regelmäßige Kontrolle zu suchen. Leicht wird der verantwortungsvolle Beruf des Hufschmiedes mit der Tätigkeit des Hufpflegers verwechselt, dessen Aufgabenbereich ausschließlich in der Pflege besteht und für den es keinerlei gesetzliche Vorgaben gibt.

Der Hufschmied sieht sich jeden Huf genau an, bevor er ein neues Eisen auflegt. Er erkennt bei diesen Kontrollen schon manches Problem, dass sich anbahnt, lange bevor das Pferd Symptome zeigt oder sie dem Reiter auffallen. Dadurch lassen sich Fehlhaltungen durch besondere Formung der Hufeisen ausgleichen, bevor ein Tier Schaden nimmt. Haben sich durch falsche Haltung der Pferde oder Ernährungsfehler, Hufkrankheiten eingestellt, so wird der Hufschmied therapeutische Maßnahmen ergreifen und Tipps geben. Spezielle Anfertigung von Hufschuhen, die genau angepasst werden müssen, fallen hierbei in seinen Aufgabenbereich.

Die Hufe der Pferde sind nichts anderes, als bei uns die Fingernägel. Wachsen sie ungleichmäßig, kann es zu Gangproblemen kommen. Beim Wechsel der Eisen wird deshalb der Huf gereinigt und überschüssiges Material entfernt. Das ist notwendig, weil unsere Freizeitpferde nicht mehr lange Strecken von täglich 30-40 km, über unterschiedlich beschaffenen Untergrund, während der Nahrungssuche zurücklegen. So wächst der Huf fast ohne Abrieb entsprechend nach.

Der Huf besteht nicht “nur” aus Horn und ist anfällig für diverse Krankheiten. Eine ausgewogene Ernährung und ein peinlich sauber gehaltener Stall sorgen dafür, dass das Innenleben und die Struktur der Hufe intakt bleiben, und der Hufschmied wirklich nur zum Eisenwechsel kommen muss und das Herumtollen auf der Weide ein Vergnügen bleibt.
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