Jakobskreuzkraut – tödliche Gefahr für Pferde

28.05.2009

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) ist eine Pflanze, von der es über 20 Unterarten gibt. Sie alle sind giftig und sie alle breiten sich mehr und mehr auf unseren Weiden aus. Die wenigsten Pflanzenfresser vertragen die in ihr enthaltenen Alkaloide. Für Pferde kann der Verzehr tödlich enden. Es genügt die Aufnahme von 40 g Jakobskreuzkraut, die Menge reicht aus, um ein Pferd von durchschnittlicher Größe zu vergiften.

Wächst das 30 bis 120 cm hohe Kraut erst einmal auf der Weide, muss sie ständig kontrolliert werden, da die Pflanze sich enorm ausbreitet. Wo immer sich die ersten Blättchen zeigen, muss die gesamte Pflanze mitsamt der Wurzel ausgestochen und verbrannt werden. Einfach abmähen genügt leider nicht, da der Schnitt das Wachstum anregt und das Kraut um so schneller und üppiger wächst. Je früher die Pflanzen entfernt werden, desto größer ist die Chance, dass sie sich nicht explosionsartig ausbreitet. Jede einzelne Pflanze produziert bis zu 150.000 extrem haltbare Samen. Sie können bis zu zwanzig Jahre im Erdboden schlummern und sind noch immer keimfähig. Deshalb unbedingt vor der Samenbildung vernichten. Ist die Weide schon mit Jakobskreuzkraut verseucht, hilft oft nur das Abtragen der Erdschichten, und eine anschließende Neuausaat.jakobskreuzkraut02

Haben Pferde genug Weidegras, lassen sie für gewöhnlich die Pflanzen unberührt. Verlassen sollte man sich aber darauf auf keinen Fall. Gerade die Jungpflanzen sondern in den ersten Wochen noch nicht den typischen Geruch ab, der für Pferde die Information „Achtung giftig“ enthält. Flächen, auf denen Weidegras zur Heugewinnung wächst, sind besonders genau zu beobachten. Leicht können die Pflanzen übersehen werden und landen am Ende in den Heuballen, wo sie meistens übersehen werden. Auch die getrockneten Jakobskrautpflanzen sind giftig und können in den Wintermonaten, Pferden im Stall zum Verhängnis werden.

Pferde, die sich mit den Pyrrolizidin-Alkaloiden vergiftet haben, zeigen die ersten Symptome durch Fressunlust, Taumeln, Müdigkeit oder Gehstörungen bis hin zu Ohnmacht und Kreislaufversagen. Die Gifte greifen massiv die Leber an und zerstören die Zellen. Durch das Leberversagen wird der Körper innerhalb weniger Tage komplett vergiftet. Der Tod kann noch auf der Weide eintreten. Möglich ist auch eine schleichende Vergiftung, bei der nur winzige Mengen des Krauts über einen längeren Zeitraum immer wieder aufgenommen werden. Das Ergebnis ist wiederum die Zerstörung der Leberzellen, in einem chronischen Verlauf. Hierbei treten Symptome wie Gelbsucht, Kreiswandern, Krämpfe, Gewichtsverlust, geschwollene Beine oder Haarausfall. Auch die Symptome einer akuten Vergiftung, wie sie oben beschrieben sind, können auftreten. Eine Heilung ist bei einer chronischen Vergiftung nicht mehr möglich.

Sehr viele hilfreiche Informationen, Tipps und umfangreiches Anschauungsmaterial findet man auf der Seite des Arbeitskreises Jakobskreuzkraut


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