Exzellente Pferde haben ihren Preis. Je mehr Erfolge sie mit ihren Reitern erzielt haben, desto höher ist der Betrag, den man hinblättern muss, wenn sie zum Verkauf angeboten werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Pferdezucht mit Klonen experimentiert wird.
An der Spitze der Klonpferde steht im Augenblick ein Sohn eines berühmten Springpferds namens E.T. Eigentlich kann man ihn nicht wirklich Sohn nennen, da er ja eine Kopie aus den Zellen seines Vaters ist. Mittlerweile dreijährig gehört er zu den begehrtesten Zuchthengsten und hat weit über 30 Zuchtstuten belegt. Seine auf natürliche Art gezeugten Nachkommen wurden mit Spannung erwartet, denn die Züchter erhofften sich natürlich, dass die olympiatauglichen Gene sich in ihnen wiederfinden. Ob dieser Versuch tatsächlich so aufgegangen ist, wie erwünscht, wird sich demnächst zeigen, denn die so gezeugten Nachkommen dürften mittlerweile zwei bis drei Jahre alt sein. Wenn ja, würde das bedeuten, dass jeder sich ein Pferd nach Maß stricken lassen könnte. Superpferde wären das Ergebnis, die einen Sieg nach dem anderen erringen würden.
Vermutlich würden auch kriminelle Energien sehr schnell einen illegalen Handel mit kleinsten Gewebeteilchen starten. Betrug und Missbrauch wären unter heutigen Bedingungen kaum zu kontrollieren und seriöse Pferdezüchter müssten ihre Zuchten aufgeben. Genau genommen, wäre es ein Leichtes, sich über das Internet ein Pferd ganz nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen. Eine Liste zum Ankreuzen der gewünschten Eigenschaften würde genügen.
Zugegeben, die Vorstellung hat ihre Reize. Aber ist das wirklich noch das, was sich Pferdefreunde wünschen? Eine ständige Wiederholung des bereits Dagewesenen? Keine Vielfalt mehr? Und was ist mit den Langzeitfolgen? Was ist, wenn diese Klone Zellschäden haben, die sich erst nach Jahren durch schwerste Krankheiten bemerkbar machen? Werden sie dann einfach entsorgt? Wie alte Möbel?
Die Klonentwicklung ist ein brisantes Thema, das nicht ohne Risiken ist. Es hört sich vielleicht gut an, dass man ein Pferd einfach klonen und quasi zu einem weiteren Leben erwecken kann. Die Wahrheit allerdings sieht eben nicht so einfach aus. Viele Klone haben Missbildungen und sterben gleich nach ihrer Geburt. Zwar ist es möglich, scheinbar gesunde Klone zu entwickeln, aber wie viele misslungene Pferdeleben das Ergebnis negativ aussehen lassen, wird in den meisten Statistiken verschwiegen. Populär werden nur die gelungenen Experimente.
Davon abgesehen finde ich es äußerst schön, wenn ich morgens auf die Weide komme und mein Pferd ohne Probleme von den anderen unterscheiden kann. Und das auch ohne Extrakennzeichnung. Ein Pferd von der Stange? Wo bleibt da die Achtung vor dem Leben und seiner Vielfalt?
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Juli 11th, 2010
Es ist schon traurig, dass mittlerweile selbst das Klonen kein Tabu mehr ist. Überall wo Geld im Spiel ist, wollen ein paar Verrückte immer mehr haben und kriegen den Hals einfach nicht voll…