Die Frage, wann und wie ein Pferd sterben sollte, bringt jeden Pferdebesitzer in ein Dilemma, das für Tier und Mensch furchtbar belastend sein kann. Natürlich weiß man, dass auch Pferde irgendwann sterben müssen, aber man verdrängt diese Tatsache, so lange es geht.
Dennoch sollte man sich schon im Vorfeld Gedanken über das Thema Tod machen. Ist der Notfall eingetreten, das heißt: leidet das Tier unter starken Schmerzen, die kaum noch zu lindern sind, dann sollte man einen Plan parat haben, den man mit größtmöglicher Ruhe umsetzen kann. Nichts ist belastender für ein Tier als die unentschlossene Hektik des Besitzers, die es instinktiv aufnimmt. Treffen Sie notwendige Entscheidungen also schon viel früher.
Pferd einschläfern oder schlachten?
Für das Pferd ist diese Frage gar nicht so wichtig, wie man vielleicht denkt. Beides kann sehr schnell und weitgehend schmerzlos ablaufen, aber auch zur quälenden Prozedur werden. Entscheidend ist einzig und alleine, einen Tierarzt oder Schlachter zu finden, der sein Handwerk wirklich versteht.
Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihr Pferd einschläfern zu lassen, dann besprechen Sie schon vorher mit Ihrem Tierarzt seine Vorgehensweise. Der wichtigste Punkt: Bestehen Sie unter allen Umständen darauf, dass das Pferd vor dem Setzen der Tötungsspritze eine Narkose erhält. Ansonsten kann der Todeskampf sehr lange dauern und so quälend sein, dass man sich wünscht, man hätte sich doch für das Schlachten mit dem Bolzenschussgerät entschieden.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, welches Mittel er zur Tötung verwendet. Bestehen Sie auf Eutha 77. Es wirkt stark narkotisierend, das Tier schläft friedlich ein. Finger weg dagegen von T61. Es lähmt die Atemmuskulatur und führt im schlimmsten Fall zu einem qualvollen Erstickungstod.
Bleiben Sie bis zum Schluss bei Ihrem Pferd
Ob Sie es einschläfern lassen oder zum Schlachter bringen: Begleiten Sie Ihr Pferd bis zum Schluss. Bezähmen Sie Ihre Emotionen und vermitteln Sie dem Tier Ruhe und Geborgenheit. Ihre Anwesenheit stellt zudem sicher, dass der ausführende Tierarzt oder Schlachter sich an getroffene Vereinbarungen hält.
Kein Grund für Schuldgefühle
Wenn Sie ein schwer leidendes Pferd töten lassen, tun Sie ihm damit etwas sehr Gutes. Bedenken Sie: Ein krankes, altes Wildpferd bleibt irgendwann alleine zurück und kämpft einen tagelangen Todeskampf. Ihrem Pferd ein schnelles Ende zu ermöglichen und es dabei zu begleiten, das gehört zu den wertvollsten Geschenken, die Sie ihm machen können.
Foto: Janina Briesemeister; pixelio.de
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März 9th, 2011
Dennoch ein tragisches Erlebnis.Ich empfehle es niemanden das mitmachen zu müssen…
März 25th, 2011
Ein Tier in den Tod zu begleiten oder gar selber ein Todesurteil zu sprechen ist schon eine Erfahrung die man sich als Tierhalter nicht so oft wünscht. Ich habe meine Erfahrungen mit diesem Thema aufgearbeitet und bin jetzt oft als Begleiter an der Regenbogenbrücke tätig. Da ich selber früher schon als Schlachter geholfen habe meine ich das der sauber gesetzte Bolzenschuss ( Geräte zustand, Patronenstärke, Schusspunkt, Schusswinkel, Tierart, Alter, Kopfform usw müssen fachlich bewertet werden) der tieräztlichen Chemie- und Gifttötung leicht überlegen ist. Für den Menschen mag es zwar grausamer sein aber für das Tier ist es allemal schneller und ruhiger, vor allem wenn keine wirtschaftlichen Intressen im Vordergrund stehen und vor Ort auf der Wiese oder im Paddock erlöst wird. Diese meine Erfahrungen sollen nur Denkanstoss sein. LG. W.
April 8th, 2011
Wenn es nicht mehr geht, geht es eben nicht mehr. Man sollte allerdings nicht bis zum Ende dabei bleiben, das belastet einen selbst Tage, Wochen, Monate…
Mai 8th, 2011
Wie heißt es so schön? : in guten und in schlechten Tagen….
Auch ich mußte mich von meiner geliebten Stute und Freundin,Mutter eines 3 monate alten Fohlens verabschieden.Das war 2010 und ich verliere noch heute Tränen. Ich war bis zum Ende dabei.Ich war es ihr nicht nur schuldig,es war mir ein Bedürfnis,sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten und ich habe es nie bereut,auch wenn es mir großen Schmerz bereitet hat.Und sie wußte, ich war da!
Ich wünsche allen,die es auch einmal erleben werden,dafür immer Kraft !!
Anette
Juli 14th, 2011
Ich musste erst letztes Jahr mein Pferd einschläfern. Natürlich ist es schwer, aber in manchen Fällen geht es einfach nicht anders. Ich war traurig, aber gleichzeitig auch erleichtert, dass Sagasan endlich erlöst wurde!
August 23rd, 2011
Unser Stall-Maskottchen – ein Englischer Vollblüter – starb im stolzen Alter von 27 Jahren an einem Herzschlag: er fraß da gerade genüsslich eine schöne Portion Hafer aus seiner Krippe.
Es mag sich vielleicht makaber anhören, aber das war wohl ein verhältnismäßig “schöner Tod” und ich hätte es mir für einen derartig langjährigen Weggefährten nicht viel besser vorstellen können – obgleich es natürlich trotzdem ein schmerzender Verlust für uns alle war…
November 20th, 2011
Ich hab eine Frage =( Wohin mit meinem Verstorbenen Pferd ich habe mir schon oft darüber Gedanken gemacht wie das ablaufen könnte aber eine Antwort fand ich niergenswo!!! lg Janine =(
November 20th, 2011
Hallo,
die meisten Pferde gehen vermutlich zum Schlachthof, das entscheidet der Tierarzt, ob das Fleisch verwertet werden darf. Falls nicht, geht es in die Tierkörperbeseitigungsanlage. Wer das nicht möchte, weil sein Pferd ihm so ein treuer Freund war, kann es auch auf dem Pferdefriedhof bestatten lassen. Es gibt da einige in Deutschland.
Was auf keinen Fall erlaubt ist, ist dass man es im eigenen Garten oder auf der Weide selbst beerdigt. Da gibt es Gesetze zum Schutz für das Grundwasser.
November 28th, 2011
wie bei jedem Tier, dass einen lange begleitet hat, ist der Verlust für den Menschen enorm. Danke für diesen guten Artikel zum Thema.