So geht es oft im Leben: In jungen Jahren, wenn man noch umsorgt zu Hause lebt, wird die Liebe zum Pferd ausgelebt. Es ist genügend Freizeit vorhanden, die alltäglichen Pflichten beschränken sich auf das Schulleben oder die Ausbildung und jeder freie Stunde steht für den Gang in den Stall zur Verfügung. Irgendwann ändert sich das. Menschen gründen Familien, verändern sich beruflich und oft wird das geliebte Hobby Reiten aufgegeben. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber immer seltener findet man Zeit, um sich entspannt und mit Freude in den Reitstall aufzumachen. Oft vergehen viele Jahre, bis man wieder in einem Lebensabschnitt ist, der einem erlaubt sich Gedanken, um eine Freizeitgestaltung zu machen. Meistens ist das erst der Fall, wenn die Kinder aus dem Haus sind.
Viele Menschen würden gern wieder aufs Pferd steigen, fürchten aber, dass sie mit vierzig oder fünfzig Jahren schon zu alt sind. Sie fürchten, dass die Kraft nicht reicht, die Kondition zu wünschen übrig lässt, und dass sie das Reiten nach so langer Zeit verlernt haben.
Reiten verlernt man so wenig, wie Fahrradfahren! Natürlich braucht man einige Stunden, um sich wieder ganz in seinen früheren Reitstil einzufühlen. Hilfreich ist dabei, dass man sich gleich mit Reithose und -stiefeln und nicht mit der Jeans und Turnschuhen aufs Pferd setzt. Man hat einen besseren Halt im Sattel. Schnell stellt man fest, dass man auf dem Pferd noch genauso gut zurechtkommt, wie „damals“. Ein wenig Muskelkater wird vermutlich nicht ausbleiben, aber die Kondition kommt bei regelmäßigem Training von allein. Nebenbei stellen sich weitere positive Effekte ein. Bei vielen Menschen lösen sich durchs Reiten, jahrelange Blockaden der Rückenmuskulatur und der Wirbelsäule, sodass es oft vorkommt, dass Rückenschmerzen schon nach drei, vier Reitstunden verschwinden. Nicht ohne Grund werden gerade Pferde gern und erfolgreich für die Therapie bei Menschen mit Rückenproblemen eingesetzt.

Und wer weiß, hat man erst wieder „Blut geleckt“, kann man sich vielleicht einen Traum aus der Jugend erfüllen: das eigene Pferd. So schwierig ist die Pferdehaltung nicht, wenn man einige grundsätzliche Dinge beachtet. Einen Offenstall kann man leicht bauen oder mieten. Was die Gesundheit und die Ernährung der Pferde angeht, ist es einfach, sich Informationen über Bücher, das Internet und nicht zuletzt auch vom Tierarzt einzuholen. Die Ernährung von Pferden ist heute dank fertiger Futtermischungen, die online bestellt werden und problemlos nach Hause geliefert werden, denkbar einfach. Wem die Verantwortung allein zu groß ist, der sucht sich eine Reitbeteiligung. Der Reitsport boomt zu Zeit und Gleichgesinnte sind wirklich schnell gefunden.
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