Bronchitis

6.05.2009

Eine der häufigsten Krankheiten, mit denen Pferde und ihre Halter sich auseinandersetzen müssen, ist die Bronchitis. Sie entsteht schon, bevor die ersten Symptome erkennbar sind. Untersuchungen von Schleimproben aus den Bronchien von Pferden aus Stallhaltung haben gezeigt, dass 80 % der Pferde in europäischen Reitställen, von Bronchitis betroffen sind. Vornehmlich handelt es sich dabei um die akute Bronchitis. Ausgelöst wird sie durch Staub- und Schimmelpartikel, die sich immer im Stall befinden.

Je weniger Bewegung an der frischen Luft Pferde haben, desto größer ist die Gefahr, dass sie an einer Bronchitis erkranken. Die Symptome können anfangs leicht übersehen werden. Aufmerksam sollte ein Pferdehalter immer werden, wenn sein Pferd zu Husten beginnt. Selbst dann, wenn dies nur hin und wieder geschieht. Je eher die Bronchitis erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar.

Erste Maßnahme gegen die Erkrankung ist immer die Vorbeugung. Die besten Voraussetzungen dafür bietet die Haltung der Pferde in einem Offenstall. Heu und Stroh sondern ständig Staub ab. Hier ist dafür zu sorgen, dass der Anteil an Partikeln, so gering wie möglich gehalten wird. Stroh- und Heuballen sollten auf keinen Fall im Stall gelagert werden. Hilfreich kann auch das Anfeuchten des Heus vor dem Füttern sein.stall-heustaub

Treten neben dem Husten weitere Symptome auf, wie z. B. eitriger Nasenausfluss und Leistungsschwäche, besonders unter Belastung, sind das eindeutige Anzeichen einer heftigen Bronchitis, ausgelöst durch Viren und Bakterien. Spätestens bei diesen Anzeichen ist der Tierarzt zu rufen. Er wird dem Pferd gegebenenfalls zunächst die Atmung medikamentös erleichtern. Zusätzlich ist der Einsatz von Kortison erforderlich, um die Entzündung aus den Bronchien einzudämmen. Der gestaute Schleim in den Lungen, muss verflüssigt werden, damit er abgehustet werden kann. Dies kann je nach Schweregrad der Erkrankung, durch zu verabreichende Medikamente oder durch tägliches Inhalieren und viel Flüssigkeitsaufnahme geschehen.

Wird die akute Bronchitis nicht behandelt, kann sie in eine chronische Bronchitis umschlagen, sodass das Pferd unter ständiger Leistungsschwäche leidet, und lebenslang Medikamente einnehmen muss. Oftmals leiden die Pferde dann unter so extremer Atemnot, dass sie nicht mehr geritten werden können.

Gerade bei Stallpferden ist eine Impfung gegen verschiedene Influenzaviren zu empfehlen, die ein eventuell schon geschwächtes Immunsystem vor schweren Entzündungen der Lungen bewahren können. Stallpferde haben immer ein schwächeres Immunsystem, als Pferde, die den größten Teil des Tages in Bewegung an der frischen Luft verbringen können. Deshalb ist die gründliche Stallreinigung für sie besonders wichtig. Wobei sie während des Fegens nach Möglichkeit nicht im Stall sein sollten, um ein vermehrtes Einatmen von Staub- und Schimmelpilzsporen zu vermeiden.


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