Die Rehe hat verschiedene Ursachen

13.05.2009

Der Ausdruck Rehe steht beim Pferd für viele verschiedene Formen von Entzündungen, krankhaften Einlagerungen oder auch Vergiftungen.

Eine bekannte Form der Rehe ist die Hufrehe, bei der sich der Huf entzündet und ohne Behandlung komplett deformiert. Da dieser Prozess von einer Entzündung begleitet wird, leiden Pferde mit Hufrehe große Schmerzen.

Daneben kennt man die Stallrehe, die sich oft an einem gesunden Bein entwickelt, weil ein krankes oder verletztes Bein geschont werden musste. Die Überbelastung des gesunden Beins führt wiederum zu Entzündungen.

Die Marschrehe findet man bei Pferden, die regelmäßig auf viel zu harten Böden laufen müssen. Ausgelöst wird sie durch die schweren Erschütterungen, die vom Boden nicht abgefedert werden.

Die Futterrehe, ist allerdings die bekannteste Rehe. Sie entsteht nicht durch äußere Einflüsse, obwohl diese sie natürlich negativ beeinflussen können. Vielmehr liegt ein Fütterungsfehler vor. Durch falsche oder unüberlegte Futtermischungen verändert sich im Verdauungstrakt die Darmflora mit ihren Verdauungsbakterien. Stimmt der Anteil der einzelnen Bakterienarten nicht mehr, bilden sich Säuren, die durch die Darmwände in die Blutbahn aufgenommen werden. Diese Säuren lagern sich an Gelenken ab und rufen Entzündungen hervor.

Grundsätzlich kann man sagen, dass jede Rehe über die Fütterung positiv oder negativ beeinflusst werden kann. Wichtig zu wissen: Nicht das Eiweiß, wie man früher glaubte, verursacht die Probleme, sondern pflanzliche Zuckerstoffe, die Fruktane. Pferde können keine Fruktane verdauen. Es fehlen ihnen die notwendigen Enzyme, die die Zuckerstoffe aufspalten, zerlegen und damit verwertbar machen könnten. Auch frisches Grünfutter enthält Fruktane. Sie sind für die Darmflora so aggressiv, dass sie sie zersetzen, und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Problematisch ist das vor allem für Pferde, die sich im Frühjahr zu schnell an das Weidegras gewöhnen müssen. Pferde, die ganzjährig im Freien gehalten werden, haben dieses Problem sehr selten. Doch auch bei ihnen muss beim Zufüttern darauf geachtet werden, dass der Fruktangehalt in der angebotenen Nahrung nicht zu hoch ist.rehe-hat-viele-gesichter

Die Behandlung einer fortgeschrittenen Rehe, ist extrem langwierig, aufwendig und kostspielig. Da die Krankheit mit erheblichen Schmerzen verbunden ist, kann das Pferd auch nicht geritten werden. Eine komplette Wiederherstellung bereits zerstörter Hufe gelingt selten. Es macht also Sinn, wenn man zum einen auf das richtige „Schuhwerk“ seines Pferdes achtet, zum anderen nach Möglichkeit dort reitet, wo der Untergrund „huf- und gelenkfreundlich“ ist. Zur Vorbeugung, auch gegen andere Krankheiten, ist eine sorgfältige Futterauswahl aus hochwertigen Produkten das A und O, um viele Jahre lang, Freude an einem gesunden Pferd zu haben.


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