Giftpflanzen für Pferde

23.10.2010

Die Domestizierung des Pferdes hat es mit sich gebracht, dass die Tiere des ihnen von der Natur zugedachten Überlebenskampfes enthoben sind. Für sie ist das Leben durch überdachte Ställe und regelmäßige Fütterungszeiten leichter geworden. Diese beschützte Form des Daseins bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Einer davon ist die Degeneration bestimmter Instinkte, die beim Wildpferd zuverlässig funktionieren, beim domestizierten Pferd jedoch immer schwächer werden. Hierzu zählt der Instinkt für ungeeignete Nahrungspflanzen: Pferde, die in menschlicher Obhut leben, neigen dazu, auch giftige Pflanzen bedenkenlos zu fressen. Verantwortungsvolle Pferdehalter müssen deshalb dafür sorgen, ihre Pferde von solchen Pflanzen fernzuhalten.

Giftpflanzen für Pferde – Eine kleine Auswahl:

  • Jakobskreuzkraut
  • Fingerhutgewächse
  • Adonisröschen
  • Bilsenkraut
  • Herbstzeitlose
  • Maiglöckchen
  • Liguster
  • Schöllkraut
  • Schierling
  • Goldregen

All diese und noch viele weitere Pflanzen können je nach Art und Menge zu leichten bis schwerwiegenden Vergiftungserscheinungen führen. Hierbei ist es egal, ob die Giftpflanzen frisch oder getrocknet (z.B. über das Raufutter) aufgenommen werden.

Wie können Sie eine Schädigung Ihres Pferdes durch Giftpflanzen vermeiden?

  • Informieren Sie sich genau über für Pferde schädliche Giftpflanzen. Je mehr Arten Sie sicher erkennen, desto leichter können Sie Ihr Pferd beim Ausritt vom Fressen der falschen Pflanzen abhalten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann hindern Sie Ihr Pferd zumindest daran, Pflanzen zu fressen, die Sie nicht sicher kennen.
  • Gehen Sie die Weide Ihrer Pferde regelmäßig ab und  entfernen Sie giftige Pflanzen.
  • Kaufen Sie kein billiges Raufutter (Heu), dessen Erzeuger und Herkunftswiesen Sie nicht kennen.

Giftpflanzen für Pferde – Wissen schützt vor Schaden
Da auch der menschliche Instinkt für Giftpflanzen nicht zuverlässig ist, sollten Pferdehalter die giftigen Pflanzen in Art und Aussehen kennenlernen. Hierbei kann entsprechende Fachliteratur eine Hilfe sein, wie zum Beispiel das Buch »Giftpflanzen für Pferde« von Dietbert Arnold. Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Pferdezucht ist der Autor eine Kapazität seines Fachs, sodass die Anschaffung des Buches sich absolut lohnt.

Wenn es bereits geschehen ist – Symptome einer Vergiftung
Folgende Anzeichen können auf eine Vergiftung hindeuten:
•    Atemprobleme
•    verstärkter Speichelfluss
•    Krämpfe bis zum Kreislaufkollaps
•    Pulsrasen
•    Gangunsicherheit

Wenn Sie diese Symptome bei Ihrem Pferd beobachten, dann halten Sie es unbedingt von weiterer Aufnahme der Giftpflanzen ab und verständigen Sie umgehend einen Tierarzt.


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