Arthrose bei Pferden

5.04.2012

Die Arthrose ist bei Pferden eine ebenso schmerzhafte Gelenkerkrankung, wie sie es für Menschen ist. Komplett heilbar ist sie weder beim Tier noch bei seinem Besitzer bis heute nicht. Im schlimmsten Fall führt die Erkrankung zur Bewegungsunfähigkeit. Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass ein Pferd von Arthrose verschont bleibt, ist es für Pferdebesitzer wichtig, zu wissen, welche Faktoren ihre Entstehung begünstigen, um diese von Anfang an konsequent vermeiden zu können.

Arthrose wird begünstigt durch:

  • Überbeanspruchung ausgelöste Entzündungen der Gelenke
  • Schlecht angepasste Hufeisen
  • Bewegungsmangel aufgrund zu langer Standzeiten in der Box
  • Vererbung
  • Natürliche Abnutzung aufgrund hohen Alters

Eine Sonderform der Arthrose bei Pferden bezeichnet man als Spat (man unterscheidet hier zwischen akuter oder chronischer Entzündung des Sprunggelenks). Spat kann zur völligen Versteifung des Beins führen und so extreme Schmerzen verursachen, dass ein Pferd nicht mehr geritten werden kann.

Eine chronische Arthrose der Zehengelenke des Pferdes wird als Schale bezeichnet. Schale kann die Folge vorangegangener Verletzungen wie beispielsweise einer Zerrung sein.

Symptome der Arthrose
Die Krankheit beginnt meist mit kaum merklichen Symptomen. Anfangs tritt eine Steifheit im Gang auf, die sich kurze Zeit nach Beginn einer Bewegungsphase wieder löst. Ein deutlicheres Zeichen stellt Lahmheit dar, besonders wenn sie bei nasskaltem Wetter verstärkt auftritt. Auch ein gehäuftes »Stolpern« nach längeren Reitphasen kann ein Symptom einer arthritischen Krankheit sein. Da es sich um eine degenerative (eventuell entstandene Schäden bilden sich nicht zurück) Erkrankung handelt, die bestenfalls gestoppt, nach heutigem Stand aber noch nicht geheilt werden kann, verstärken sich die Beschwerden mit der Zeit, wenn sie nicht behandelt werden.

So kann der Gelenkverschleiß gestoppt werden
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Pferd an Arthrose leiden könnte, dann zögern Sie nicht, dies vom Tierarzt abklären zu lassen. Ist der Befund positiv sollte die Behandlung sofort nach dem Auftreten der ersten Symptome beginnen, um den weiteren Gelenkverschleiß aufzuhalten oder wenigstens maximal zu verlangsamen. Mit Arthrose sollten sie nicht allein herumdoktern, sonst verlieren Sie möglicherweise wertvolle Zeit. Stimmen die Behandlung mit Ihrem Tierarzt ab, denn nur er kann sicher die verschiedenen Formen der Arthrose sicher unterscheiden.

Die Behandlungsmöglichkeiten:

  • ein neuer, optimaler Hufbeschlag
  • in akuten Fällen: sofortige Entlastung des betroffenen Beins durch Ruhigstellung und stützende Bandagen, wodurch eine Verknöcherung des Gelenks vermieden wird
  • Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten
  • In chronischen Fällen: Leichtes Bewegungstraining über kurze Zeiten. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dem Pferd keine unnötigen Schmerzen zu bereiten und den Punkt zu erkennen, ab welchem ein weiteres Training zur Quälerei wird.
  • Schulmedizinisch nicht abgesichert aber dennoch wirksam sind einige Naturheilmittel, wie beispielsweise der Extrakt der Grünlippmuschel, welcher eine gelenkschmierende Wirkung besitzt.

Eine fortgeschrittene Arthrose bei Pferden ist eine derart schmerzhafte Krankheit, dass die Rücksichtnahme auf das Pferd zum obersten Gebot wird, die Forderung nach Höchstleistungen in den Hintergrund treten muss. Eine konsequente Behandlung ist unabdingbar.


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