Der Mensch machte sich vermutlich um die Zeit 5000 bis 3000 v. Chr. das erste Mal daran, wilde Pferde zu zähmen und sie für seine Zwecke zu nutzen. Besitzer solch domestizierten Pferde mussten immer damit rechnen, dass ihnen die Pferde gestohlen wurden. Es galt also eine Möglichkeit zu finden, wie man sein Pferd unverwechselbar machen konnte. So begannen die Araber damit, ihre gezüchteten und ausgebildeten Pferde, mit Hilfe von in die Haut eingebrannten Zeichen, zu kennzeichnen. Meist bestand dieses Zeichen aus einer einfachen Graphik. Oft aber wurden zusätzlich Buchstaben hinzugefügt. Diese eingebrannten Erkennungszeichen hielten ein Pferdeleben lang und konnten nicht verändert werden, ohne dass es durch das unterschiedlich vernarbte Gewebe aufgefallen wäre.
So alt wie die Technik ist, solange hat sie sich bis heute bewährt. Allerdings hat sich mittlerweile der Hintergrund und die Einstellung zur Technik des Heißbrennens geändert. Heute brennt nicht mehr der Eigentümer sein Zeichen in die Haut des Pferdes, sondern für gewöhnlich wird das in dem Zuchtgestüt vorgenommen, aus dem das Pferd stammt.
Dort wird das sog. Rassezeichen eingebrannt und oft zusätzlich noch das Zeichen des Gestüts. Gleichzeitig erfolgt eine Eintragung des gebrannten Fohlens in das Zuchtregister.
Die Technik des Brennens durch ein glühend gemachtes Eisen wird auch heute noch praktiziert. Natürlich entstehen dem Fohlen dabei Schmerzen. Deshalb wird in einigen Ländern auf das Brennen mit glühenden Eisen verzichtet. Dort wird das Brandzeichen mit der sog. Kaltbrennung verabreicht. Bei diesem Verfahren wird das Eisen nicht erhitzt, sondern heruntergekühlt auf Minus 80 Grad Celsius. Das Aufsetzen des derart kalten Eisens bewirkt ebenso eine Verbrennung der Haut mit Narbenbildung. Allerdings ist die Vernarbung nicht die gleiche wie beim Heißbrand.
Eine der neueren Methoden, um ein Pferd zu kennzeichnen, kommt aus der Elektronik. Dem Tier wird ein kleiner Chip unter die Haut impliziert. Auf dieser Minifestplatte befinden sich alle Informationen zu dem jeweiligen Tier. Sein Geburtsdatum ebenso wie sein Stammbaum, seine Zuchtregisternummer und die Daten seines Eigentümers. Dieser Chip kann bei Bedarf mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden. Ähnliche Chips werden auch Haustieren wie Hunden und Katzen oder auch Rindern unter die Haut gepflanzt, um sie eindeutig zu identifizieren.
Bei Pferden ist nach wie vor das heiße Brandzeichen, die am meisten genutzte Möglichkeit zur Identifikation. Angebracht wird es in den meisten Fällen an der linken oder rechten hinteren Schenkelseite. Dabei handelt es sich um die Information, welcher Rasse das Pferd entstammt und von welchem Zuchtgestüt es kommt Bei einigen Pferden finden sich auch Brandmarken am Hals oder sie sind so gesetzt, dass der Sattel sie später verdeckt.
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