Der ideale Stall

11.12.2008

Natürlich sollte ein Pferd so nah wie möglich bei seinem Reiter leben. Am Günstigsten ist es, wenn jemand ein Haus in ländlicher Gegend besitzt und Platz hat, dort einen passenden Stall für sein Pferd oder gar seine Pferde zu bauen. Dazu bedarf es einiger grundsätzlicher Überlegungen.


Wenn es möglich ist, sollte man seinem Vierbeiner einen Offenstall anbieten. Er entspricht einer artgerechten Pferdehaltung. Offenställe gewähren den Pferden größtmögliche Bewegungsfreiheit bei gleichzeitiger Sicherheit. Um den Bau eines Offenstalls realisieren zu können, wird ein genügend großes Areal eingezäunt. An einer Seite kann anschließend der Stall errichtet werden. Für jedes Pferd wird eine Box mit einer fast quadratischen Grundfläche von ca. 8-10 qm eingeplant. In der Höhe darf man ruhig bis 3 m rechnen. So hat das Pferd genügend Platz sich zu bewegen, sich hinzulegen, aufzustehen und sich zu strecken. An einer Seite der Box wird die Tür eingeplant, die ins freie eingezäunte Gelände führt. Diese Tür kann bei gutem Wetter geöffnet bleiben. So kann das Pferd frei entscheiden, ob es sich draußen aufhalten will oder drinnen ausruhen möchte. Der Offenstall ist eigentlich ein ‚Muss’ heutzutage. Vor allem für alle Reiter, die nicht täglich mit ihrem Pferd arbeiten können, damit es sich die notwendige Bewegung selber verschaffen kann. In die Box integriert werden Futter- und Trinkstelle. Den Boden kann man mit einer Lehmschicht abdecken, auf die anschließend reichlich Einstreu gegeben wird. Nicht vergessen werden sollte auch, dass die Box eine zweite Tür erhält, damit man bei schlechtem Wetter das Pferd innerhalb des Stalles versorgen und pflegen kann.

Eine andere Möglichkeit ist die Unterbringung nur in Boxen. Der Boxenstall ist heute eigentlich die Mindestanforderung, die man an eine artgerechte Pferdehaltung stellt. Voraussetzung für die ausschließliche Boxenhaltung, ist tägliches arbeiten mit dem Pferd.

Kaum noch trifft man auf Ständerhaltung, die früher üblich war. Sie ist kostengünstig, weil durch das Einstellen der Pferde zwischen enge Gitter, Platz gespart wird. Doch für die Pferde ist es der denkbar ungünstigste Platz, um dort viele Stunden am Tag zu verbringen. Der Bewegungsmangel und die Langeweile wirken sich schnell ungünstig auf die körperliche und seelische Verfassung aus. Wegen der erheblich größeren Verletzungsgefahr müssen die Pferde bei Ständerhaltung angebunden werden.
Eine andere schöne Möglichkeit ist es, die Pferde in einem sogenannten Laufstall unterzubringen. Wer eine große alte Scheune übrig hat, kann diese zu einem solchen umbauen. Hier können sich die Pferde frei bewegen. Der Boden sollte natürlich nicht aus Beton oder Estrich bestehen, er muss notfalls ersatzlos herausgenommen werden. Auch müssen sämtliche Ecken, Pfeiler und Pfosten auf Verletzungsmöglichkeiten kontrolliert und gegebenenfalls entschärft werden.


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Ulli
Februar 14th, 2009

Toller Artikel,
ich kann jedes Wort unterstreichen. Leider immer wieder sieht man Haltungsbedingungen, die schlichtweg unzumutbar fuer Pferde sind.

“Der Bewegungsmangel und die Langeweile wirken sich schnell ungünstig auf die körperliche und seelische Verfassung aus.”
In der Tat, und nicht nur Pferdehalter sollten diesen Aspekt peinlich genau betrachten.

Eine eigentlich selbstverstaendliche Haltungsbedingung sei noch erwaehnt, ein Pferd sollte nicht alleine stehen.

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