Fliegenschutz für Pferde

6.09.2010

Fliegenschutz PferdebremsePferde besitzen eine geradezu magische Anziehungskraft. Leider nicht nur auf junge Mädchen, sondern auch ganz profan auf Fliegen und Mücken. Ihre Ausdünstung, besonders bei vermehrter Schweißbildung aufgrund sommerlicher Wärme, oder startker Anstrengung, wirkt gerade auf blutsaugende Insekten unwiderstehlich. In der warmen Jahreszeit vermehren sie sich explsionsartig und halten sich bevorzugt in Ställen und auf Weiden auf.

Dies ist für die Tiere nicht nur höchst lästig, sondern auch schädlich für ihre Gesundheit. So gelten Insektenstiche als Hauptursache für das Auftreten des Sommerekzems bei Pferden. Hierbei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf einen durch das Insekt injizierten Eiweißstoff, die mit starkem Juckreiz einhergeht und das Pferd veranlasst, sich wundzuscheuern. Daneben übertragen auch Bremsen, wie andere Insekten, diverse Krankheiten wie Borreliose.

Doch auch nichtstechende Insekten, wie die Stubenfliege, die sich im sommerlichen Stall explosionsartig vermehrt, birgt Gesundheitsrisiken: Sie lässt sich bevorzugt im Augenbereich des Pferdes nieder und saugt Tränenflüssigkeit ab. Hierdurch kommt es zu Trockenheit des Auges. Der Verlust dieses natürlich Schutzes vor Staub, Keimen und Bakterien, macht es den Krankheitskeimen leicht und es kann zur schnell zu einer schmerzhaften Bindehautentzündung führen kann.

Auch für den Reiter sind die Insekten nicht ungefährlich. Besonders die Pferdebremse kann während eines Ausritts zu einem echtem Problem werden und die Unfallgefahr erhöhen. Die Pferde werden nervös und gereizt und neigen zu plötzlichem Aufbuckeln oder Ausschlagen, da der Stich einer ausgewachsenen Pferdebremse gerade an ihrem empfindlichen Bauch äußerst schmerzhaft für sie ist. Das austretende Blut lockt immer neue Insekten an. Ein guter Fliegenschutz für Pferde ist also unabdingbar.

  • Natürliche Einreibemittel: Im Fachhandel sind verschiedene Abwehrmittel erhältlich, die den natürlichen Eigengeruch des Pferdes überdecken und sie dadurch für Insekten unattraktiv machen sollen. Ein Beispiel hierfür ist der Delos-Fliegenschutz, den ich aus eigener Erfahrung empfehlen kann.
  • Ebenfalls wirksam: Einreibungen mit Essigwasser. Diese müssen öfters wiederholt werden, besonders, wenn das Pferd stark schwitzt.
  • Chemische Mittel: Diese enthalten meist ein Insektengift, das die Plagegeister zuverlässig abtötet. Leider werden sie nicht von jedem Pferd gut vertragen, weshalb sie von einem Tierarzt verschrieben werden sollten.
  • Mechanische Abwehrmethoden: Offene Stalltüren und -fenster mit einem Fliegengitter zu versehen, lohnt sich auf alle Fälle.
  • Fliegenstirnbänder schützen die Augen, besonders dann, wenn die Mähne kurzgeschnitten wurde.
  • Fliegenmaske: Ist die Bindehautentzündung bereits da, sollte unbedingt eine Fliegenmaske zum Einsatz kommen.
  • Vorbeugend: Auf das Einflechten oder gar Kürzen von Schweif oder Mähne sollte im Sommer möglichst verzichtet werden, denn es erschwert den Pferden die eigenständige Abwehr von Insekten.
  • Insektenreiche Orte meiden: Besonders im Wald, an Seen und unter Baumgruppen halten sich Insekten gern auf, diesen Bereich sollte man zur Hauptinsektenzeit meiden.


Foto: Michael Hanselmann; Wikipedia


Ähnliche Artikel:

  1. Pferde und Zahnpflege „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul!“, sagt uns ein altes Sprichwort, das...
  2. Ernährung alternder Pferde Beim Stichwort „altes Pferd“ stellt sich zunächst einmal die Frage, ab wann ein Pferd...
  3. Weidezeit – Fliegenzeit Jetzt ist die Zeit, wo sich fast alle Pferde lieber auf der Weide als...
  4. Jakobskreuzkraut – tödliche Gefahr für Pferde Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) ist eine Pflanze, von der es über 20 Unterarten gibt....


Kommentar abgeben »