Gnadenhof oder Schlachthof?

8.02.2009

Das eindeutig höhere Durchschnittsalter erreichen Warmblüter. Sie können sogar doppelt so alt werden wie Kaltblüter. Und Kleinpferde erreichen von allen Pferden das höchste Lebensalter.

Es gibt also nicht wirklich einen Grund, nicht auch ein Reitpferd zu kaufen, das zwar vielleicht für den Schulbetrieb in einem Reitstall zu alt ist, aber für einen Reitanfänger noch viele Jahre wunderbare Dienste leisten kann. Gerade hier kommt dem Reiter die Erfahrung in Verbindung mit dem gemäßigten Temperament des Tieres sehr entgegen. Einzige Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Pferd gesund ist. Doch ein gut versorgtes und aufmerksam betreutes Pferd kann bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig bleiben.

Dennoch, irgendwann geht auch ein Pferdeleben seinem Ende zu. Dann stehen die Besitzer meist vor einer schweren Entscheidung. Im Idealfall darf ein Pferd bis zu seinem letzten Atemzug in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Wird seinen Kräften entsprechend beschäftigt und dient vielleicht anderen Pferden noch als Begleit- oder Beistellpferd. Was aber, wenn man sich von ihm trennen muss? Viele Pferde, die nicht mehr die geforderte Leistung bringen, und das sind in der Regel die Tiere, die dem Gelderwerb dienen, landen auf dem Schlachthof. Auch dann, wenn sie eigentlich noch gesund sind. Privat werden die Besitzer wohl immer versuchen einen guten Altersruheplatz für ihren treuen Gefährten zu finden. Dort kann das Tier dann auch immer noch wieder besucht werden. Wo aber findet man derartige Altersruheplätze, worauf sollte man achten und was kosten sie?

Wichtig ist natürlich, dass auch die alten Tiere, die durch das jahrelange Arbeiten mit den Reitern, regelmäßig von einem Tierarzt betreut werden. Meistens leiden sie unter Gelenkschmerzen aus unterschiedlichen Gründen. Diese Schmerzen kann der Tierarzt dem Pferd nehmen, so dass es sich wieder mit Freude bewegt und sogar schonende regelmäßige Ausritte willig mitmacht. Auch auf die Ernährung muss geachtet werden. Wie bei Menschen auch, verändert sich der Stoffwechsel älterer Pferde und die Nahrung muss der Verdauung angepasst sein.

Auf jeden Fall sollte ein altes Pferd nicht irgendwo allein die letzten Jahre in einem Stall oder auf einer Weide fristen. In Deutschland gibt es in fast allen Regionen Gnadenhöfe, die sich ganz darauf eingestellt haben, alten Pferden ein Zuhause zu geben. Wer sich frühzeitig informieren will, kann sich im Internet nach passenden Höfen umsehen und vielleicht auch schon frühzeitig sich über die verschiedenen Haltungsbedingungen informieren.

Übrigens gibt es auch Gnadenhöfe, die kostenlos Pferde aufnehmen. Diese organisieren und finanzieren sich ausschließlich aus Spenden und vielen ehrenamtlichen Helfern.


Ähnliche Artikel:

  1. Umgang mit dem Pferd


3 comments Add your comment »

Get updates when new comments are added. Subscribe to the comments RSS Feed

Sonny
Februar 8th, 2009

Hey,

ich habe schon soviel schlechtes von Gnadenhöfen gehört (nein ich möchte das nicht verallgemeinern) aber da ist es mir sicherer, mein Pferd wird dort alt, wo es geboren ist, denn da steht es auch nun gerade und wenn es den Hof noch in 20 oder mehr Jahren gibt, dann wird er dort sein Gnadenbrot bekommen. Wenn es den Hof nicht mehr geben wird, dann ist das halt so, aber dann wird er dort alt, wo er als letztes stand und wenn ich dafür mein letztes Hemd geben muss. Ich möchte dann einfach sicher gehen, dass es meinem Pferd gut geht und ich bin der Meinung, dass nur ich das überwachen kann und ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich wenn ich mein Pferd auf einen Gnadenhof bringen würde, es dort nicht jeden Tag besuchen würde, was in dem Stall, wo es dann stehen würde, wenn es bei mir alt wird, geschehen würde, da der dann ja ganz in meiner Nähe ist.

Ulli
Februar 20th, 2009

Hallo Oliver,

habe in meinem Artikel: “Wenn ein Tier stirbt” http://pfoetchenblog.wordpress.com/2009/02/10/wenn-ein-tier-stirbt/
auf dein Blog und deinen obigen Artikel verwiesen.

LG, Ulli

Kommentar abgeben »