Der richtige Reitersitz

13.01.2009

Ohne Unterricht und fachgerechte Ausbildung wird es schwerlich möglich, sich einen guten Reitersitz anzueignen, der sowohl dem Pferderücken als auch dem Bewegungsapparat des Reiters gerecht wird. Abgesehen von den unterschiedlichen Reitstilen ist der perfekte Sitz, der Sitz, der sowohl die Bänder und Muskeln des Pferdes wie auch die des Reiters schont und bestenfalls kräftigt. Deshalb ist das regelmäßige Üben das A und O, wenn man mit dem Reiten beginnt. Haben sich Fehler erst eingeschlichen, sind sie schwer wieder auszumerzen. Abgesehen davon, kann nur ein gut sitzender Reiter die notwendigen Hilfen, auf die sein Pferd reagieren soll, sauber geben.

Es mag für einen Reitanfänger seltsam klingen, aber das Reiten und der gute Reitersitz beginnt bei seinem eigenen Körper und seiner eigenen Beweglichkeit. Völlig unsportliche und untrainierte Menschen werden es sehr schwer haben, einen Sitz im Sattel zu erreichen, der sie mit dem Pferd in eine Bewegung verschmelzen lässt. Zunächst ist es wichtig, seinen eigenen Rücken, Hals- und Nackenregion sowie die Lendenwirbel so zu trainieren, dass sie weich und beweglich sind. Denn diese Beweglichkeit ist nötig, um sich der Bewegung des Pferdes anzupassen. Wer steif und verspannt auf dem Pferd sitzt, wird sicherlich bald die Erfahrung machen, dass es nicht ganz einfach ist, oben zu bleiben. Wer hingegen entspannt und aufmerksam reitet, wird sich ganz auf das Pferd einlassen, seinen Bewegungen folgen und einen festen guten Sitz erlangen.

Im Gegensatz zu früher wird heute, in modernen Reitschulen, nicht mehr das Einpauken bestimmter Haltungen gelehrt. Diese Technik führt oft genug zu neuen Verkrampfungen, wenn der Reiter ohnehin schon eine schlechte Haltung hat. Man braucht sich nur einmal vorstellen, welchen Stress ein Reiter hat, wenn er in den ersten Reitstunden ständig Kommandos wie diese zu hören bekommt: „Rücken gerade, Schultern nach hinten, Arme anwinkeln, Hände aufstellen, Hacken nach unten, Beine ans Pferd, geradeaus gucken, auf der rechten Hand traben, Zügel straffen/lockern, Hände tief halten …! „ usw. Versucht man all diese Dinge bewusst anzuwenden, wird man nicht mehr viel Spaß an der Reitstunde haben. Viel mehr geht es darum, sich seelisch und gedanklich mit dem Vorgang des Reitens zu identifizieren. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die bewusste Vorstellung auf dem Pferd sitzend, sich seinem Bewegungsmuster anzupassen, führt automatisch zu einer entspannten Sitzhaltung. Voraussetzung dafür ist, dass man an seiner eigene Körperhaltung arbeitet, sodass sie harmonisch und weich ist. Dann wird man sehr schnell feststellen, dass gerade das Reiten auf den gesamten Organismus heilsam und entspannend wirkt. Den richtigen Reitersitz lernt man durch sein Pferd und durch das regelmäßige aufmerksame Reittraining.


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