Pferd einreiten

30.04.2011

Um es gleich vorauszuschicken: Das Einreiten eines Pferdes ist eine Aufgabe für einen erfahrenen Profi. Auch ambitionierte Hobbyreiter können dabei an ihre Grenzen stoßen und sollten sich zumindest der tatkräftigen Hilfe eines Fachmanns (einer Fachfrau) versichern. Dies ist zum einen der Gesundheit des Pferdes zuliebe wichtig, das durch unsachgemäße Behandlung Fehlentwicklungen der Muskulatur erleiden könnte. Zum anderen ist die Unfallgefahr für den Reiter gerade bei temperamentvollen Pferderassen ziemlich groß, wenn das Tier noch nicht daran gewöhnt ist, einen Menschen auf seinem Rücken zu tragen. Abgesehen davon ist eine erfahrene sichere Hand eine gute Garantie dafür, dass das Pferd sauber alle Hilfen lernt, versteht und annimmt.

Wer einmal das Einreiten eines solchen Tieres beobachtet, kann sich schon mal (je nach Temperament) unwillkürlich an Rodeoszenen aus diversen Westernfilmen erinnert fühlen und sollte sich ernsthaft fragen, ob sein reiterliches Können solch einer Aufgabe gewachsen ist. Bedenken Sie bitte: Wenn Sie bei dem Gedanken, Ihr Pferd selbst einzureiten, Angst verspüren, dann ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie lieber einen erfahrenen Bereiter beauftragen sollten. Gerade junge Pferde haben einen sicheren Instinkt für die Angst ihres Reiters und reagieren mit Panik und verstärkten Fluchtreflexen. Ein junges Pferd kann sonst schnell verdorben sein.

Pferd einreiten – Ablauf

  • Mit dem Einreiten sollte man frühestens ab dem vierten Lebensjahr des Pferdes beginnen. Dann ist es ausgewachsen genug, einen Reiter zu tragen, ohne Skelettschäden zu erleiden. Das Anfangsalter kann von Pferd zu Pferd ein wenig differieren. Fragen Sie im Zweifelsfall einen Tierarzt, der mittels einer Röntgenaufnahme feststellen kann, ob das Skelett ausreichend entwickelt ist.
  • Sorgen Sie für einen gut angepassten Sattel und ein ebensolches Zaumzeug.
  • Beginnen Sie langsam. Sicher haben Sie in den Jahren zuvor schon mit Bodenarbeit begonnen und ein gutes Vetrauensverhältnis aufgebaut. Gewöhnen Sie das Pferd zuerst an Trense, Longe und Sattel. Bleiben Sie dabei ruhig, auch wenn es mit dem Satteln und Zäumen nicht sofort klappen sollte. Vermeiden Sie lautes Schimpfen oder Bestrafungen, versuchen Sie es mit konsequenter Geduld und Belohnungen. Gehen Sie behutsam vor, ziehen Sie den Sattelgurt erst nach und nach fester, damit das Pferd keine Empfindlichkeiten am Bauch entwickelt, die sich in späterer Bissigkeit beim Satteln äußern, welche nachträglich nur schwer korrigierbar sind.
  • Beginnen Sie mit mäßigem Training an der Longe, zuerst ohne Reiter. Bedenken Sie: auch Pferde müssen ihre Kondition zuerst aufbauen. Verwenden Sie anfangs Ausbinder, denn durch übermäßiges Hochreißen des Kopfes entwickelt das Pferd seine Muskeln an den falschen Stellen.
  • Erst, wenn das Pferd an der Longe ruhig läuft, sollten Sie mit den ersten Reitversuchen beginnen. Diese sollten ebenfalls an der Longe stattfinden.

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