Richtig reiten

30.05.2010

Von der ersten Longestunde bis zum perfekten Reiten ist es ein weiter Weg, der neben einem Gespür für Pferde vor allem regelmäßiger, geduldiger Übung unter der Anleitung eines qualifizierten Reitlehrers bedarf. Von Vorteil ist es, wenn für die Ausbildung mehrere Pferde von unterschiedlichen Temperamenten und Rassen zur Verfügung stehen. So wird die Fixierung auf ein bestimmtes Tier und dessen Eigenheiten vermieden und der Reiter ist eher in der Lage, Allgemeingültiges vom Individuellen zu trennen und schließlich mit jedem Pferd zurechtzukommen. Wobei ein guter Reitlehrer darauf achtet, dass am Anfang ruhige willige Pferde zum Reiten zum Einsatz kommen.

Der Weg zum richtigen Reiten

  • Am Anfang stehen Longestunden auf gutmütigen, gerne etwas älteren Schulpferden. Durch den Einsatz der Longe übernimmt der Reitlehrer die Lenkung, sodass der Neuling sich voll darauf konzentrieren kann, sein Gleichgewicht zu finden, den korrekten Sitz zu erlernen sowie sich mit den verschiedenen Gangarten des Pferdes vertraut zu werden. In dieser Phase lernt er, mit welchen Hilfen man das Pferd treibt, wie man zwischen den verschiedenen Gangarten wechselt, und wie man das Pferd zuverlässig durchpariert (d.h.: es in die nächst langsamere Gangart und schließlich zum Stehen bringt). Hält man sich anfangs noch aus Gleichgewichtsgründen am Sattelriemen fest, bekommt man nach und nach ein gutes Gespür für die Bewegungen des Pferdes, entspannt sich und kann sich auch ohne diese Sicherung auf dem Pferd halten, indem man seine eigene Körperhaltung den Bewegungen anpasst. Hat man dies erlernt, dann ist es Zeit, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen und in Phase zwei einzutreten:
  • Das Reiten,ohne Longe. Hierdurch geht die Verantwortung für die Lenkung des Pferdes auf den Reiter über. Nun gilt es, die korrekte Benutzung der Zügel sowie der anderen  Lenkhilfen (Kreuzhilfe / Schenkelhilfe) zu erlernen. Anfangs wird es noch zu Kommunikationsproblemen zwischen Reiter und Pferd kommen, weshalb die meisten Reitlehrer in dieser Phase nur die Gangarten Schritt und Trab zulassen und das Pferd für den Galopp weiterhin an die Longe nehmen.
  • Der erste freie Galopp findet statt, wenn alle Lenkhilfen vom Reiter einwandfrei beherrscht werden sowie die nötige Sicherheit beim korrekten Sitz erreicht ist. Nun können auch etwas »spritzigere« Pferde zum Einsatz kommen, die für den Reiter eine neue Herausforderung darstellen. Hierbei ist es wichtig, die Anforderungen langsam zu steigern. Geht man zu schnell vor, kann der Reiter dauerhafte Ängste entwickeln, die ihm die Freude am Reiten nehmen.
  • Nun fehlt nur noch eine für wirklich richtiges Reiten: permanente Übung über einen längeren Zeitraum. Hierbei werden immer wieder Sitz, Zügel- und Körperhaltung korrigiert, damit sich keine Fehler einschleichen können, die dazu führen, dass das Pferd die Kommandos seines Reiters nicht versteht.

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