Westernreiten

3.03.2009

Zum Westernreiten gehört schon etwas Sattelfestigkeit. Und vor allem ein williges Pferd mit einer guten Ausbildung. Was so spielerisch und einfach aussieht, ist – wie so oft – harte Arbeit für Pferd und Reiter. Man benötigt keine bestimmte Pferderasse für diesen Reitstil. Wenn die Ausbildung von Anfang an auf das Westernreiten ausgerichtet ist, kann man jedes Pferd darauf trainieren. Allerdings gibt es Pferde, die vom Körperbau her, besser für die Arbeit geeignet sind. Als besonders effektiv und gut geeignet, gelten Pferde mit einem kurzen Rücken, so dass der Eindruck eines quadratischem Körperbaus entsteht. Im Allgemeinen haben sie eine Widerristhöhe von ca. 1,55 m. Haflinger, Quarter Horse oder Paint Horse sind die Pferde, die sich für das Westernreiten, als besonders geeignet durchgesetzt haben. Wendig müssen sie sein, trittfest, mutig und mit einem guten Nervenkostüm ausgestattet, denn das Westernreiten verlangt den Pferden physisch wie psychisch immens viel an Mitarbeit ab.
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Die Reiter müssen sich voll und ganz darauf verlassen können, dass das Pferd auch auf die kleinsten Hilfen sofort richtig reagiert. Wobei die Hilfen weniger über die Zügel erfolgen, sondern über die Gewichtsverlagerung, das Gesäß und die Schenkel des Reiters. Ergo muss auch der Reiter eine sehr gute Ausbildung haben, um dem Pferd, auch während eines wilden Rittes, noch saubere Hilfen zu vermitteln. Das A und O ist die einwandfreie Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Deshalb sieht die Ausbildung im Westernreiten etwas anders aus, als die des klassischen Reitstils. Dazu gehört, dass die Ausrüstung wie Sattel, Trense und auch das Outfit sich grundsätzlich unterscheidet.

Beim Westernreiten werden die Zügel einhändig geführt, das sollte auch problemlos möglich sein, da die Pferde auf die Signalsprache des Reiters trainiert sind. Es gibt für das Westernreiten viele anspruchsvolle Prüfungsaufgaben, in denen Pferd und Reiter sich beweisen können.

Eher unspektakulär ist die Disziplin „Western Horsemanship“, bei der die Reiter bestimmte Aufgaben von den Prüfungsrichtern erhalten und ausführen müssen. Diese Aufgaben setzen schon einiges an Können und solider Ausbildung voraus, denn sie gelingen nur, wenn man sein Pferd absolut unter Kontrolle hat.

Gern gesehen werden bei den Zuschauern, fliegende Galoppwechsel, Roll-Backs und Spins, die für Ausstehende spielerisch und einfach aussehen. Es wird jedoch sehr genau darauf geachtet, dass die gerittenen Figuren exakt die geforderten Wendungen von 180 bzw. 360 Grad betragen und sauber auf der Hinterhand geritten werden.

Das sog. Reining wird im Galopp geritten und stellt die eigentliche Dressur des Westernreitens dar. Insgesamt ist das Westernreiten ein Reitstil für Reiter mit Ausdauer, Kraft und Disziplin, auch wenn das Image eher an ein freies, wildes Cowboyleben erinnert.


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